International-Mahler-Orchestra-Signet
Berlin, 18.11.2010
Visuelle Identität für das International Mahler Orchestra

Logo
Briefpapier
Pressemappe

Auftraggeber: Yoel Gamzou (Artistic Director), Berlin

Ohne Worte, nur Musik.

www.gamzou.com
www.internationalmahlerorchestra.com

Das für das International Mahler Orchester entstandene Logozeichen ist Frequenz, Klang, Kontrast, die Verbindung von Leben und Tod (was Mahler´s zeitlebend begleitete und ein grundsätzliches Thema), eine Klangsphäre, imaginative Form, schwarz zu weiß und umgekehrt. Es zeigt auch den grafischen interpretierten Blick aus Mahler´s Komponierhäußchen am Attersee in Österreich. Eine schimmerne Oberfläche des leicht welligen Wassers zusammengesetzt aus unzählbaren Partikeln – die Abbildung einer musikalische Vision von Yoel Gamzou und seinem Orchester für Gustav Mahler.

Zusammengesetzt wird die Logoform aus dem abgesetzten gesamten Werksverzeichnis von Gustav Mahler mit Enstehungsdatum, Titel und Register der Werke in chronologischer Reihenfolge. (Aufgestellt von Andreas Michalek, Internationale Mahler Gesellschaft in Wien)

Das Zeichen ist dadurch nicht nur prägnante Form als Marke für das Orchester, sondern enthält die Fähigkeit der Kommunikation in sich selbst. Es ist digital nutzbar. Jeder Betrachter in einem digitalen Umfeld, wie zum Beispiel dem Internet oder einem PDF-Dokument hat die Möglichkeit den Inhalt des Zeichens zu kopieren und in ein eigenes Dokument einzusetzen. Das Zeichen trägt in sich das gesamte Werksverzeichnis und gestaltet sich dadurch zur Logoform aus. Das Corporate Design und die visuelle Identität arbeitet in allen Medien mit einer von Hand federgezeichneten Hintergrundebene auf der sich das Zeichen platziert. Diese Grundebene zeigt kalligrafische Details oder Fragmente aus Mahler´s handgezeichneten Partituren in einer neuen Interpretation.

»…Am eindrucksvollsten zeigt sich Mahlers musikalische Transformation jüdischen Geistes in einem neuartigen Formcharakter, den Adorno »Durchbruch« nannte: die Fähigkeit, Höhepunkte oder plötzliche Einbrüche zu schaffen, die außerhalb jeder Relation zum Vorangegangenen zu stehen scheinen. Ihre schockhafte Unmittelbarkeit vermittelt den Eindruck, dass die Musik hier ihre eigene Gestaltintegrität sprenge. Die mystische Einheit von Vision und konstruktiver Sprachlichkeit findet hier exponierten Ausdruck: Komponist und Hörer partizipieren an einer Sprengung des Kunstraums, die vollzogen wird in ihrer künstlerischen Darstellung. Adorno nennt den Gegenstand solcher Erfahrung nicht beim Namen – aber er gibt zwischen den Zeilen deutlich genug zu verstehen, um wen es hier geht. Es ist die messianische Kraft, die vorbereitungslos in jedem Augenblick alles verändern kann.

(…)

Mahlers Musik scheint uns mittlerweile, nach langen Jahren der Verdrängung, vertraut geworden. Aber sind wir ihm dadurch wirklich nahe gekommen? Blockiert nicht auch die Vertrautheit den Zugang zu seinem Werk, das nichts Geringeres darstellt als eine inkommensurable ästhetische Utopie? Vielleicht verlangt es auch vom Hörer die Fähigkeit zur »profanen Erleuchtung«, zu einer mystischen Erfahrung in der Sache selbst…«

Auszug aus einem Artikel von Julia Spinola, FAZ vom 7.6.2010

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